Porzellanschale bemalt, mit einem Maikäfer
Schale, 2019, Porzellan, glasiert, bemalt, mit Goldfarbe, Dm: 26 cm, H: 7 cm, Leihgabe Nastia Eliseeva

Von einer Fliege und anderen Tieren auf 

Porzellan:

Zokotucha Porzellan

Interesse an Porzellan erwachte bei Nastia Eliseeva, Inhaberin der Werkstatt Zokutucha Porzellan, bereits in jungen Jahren. Ihre Tante arbeitete damals in der Porzellanmanufaktur in St. Petersburg und Nastia Eliseeva entschied früh, künstlerisch und mit diesem Material arbeiten zu wollen.

„Ich wusste schon als Kind, dass ich künstlerisch arbeiten möchte.“

So absolvierte sie die sechsjährige Ausbildung an der Akademie für Kunst und Design in St. Petersburg mit dem Schwerpunkt Keramik und verbrachte ein weiteres Jahr zur Weiterbildung in Dänemark. Nach ihrem Umzug nach Berlin machte sie sich mit ihrem Label Zokotucha (russisch: Fliege) selbstständig, seit vier Jahren hat sie ihre Werkstatt in der Jansastraße. Zunächst teilte sie sich den Ladenraum mit einem befreundeten Tischler, aber nach Beschwerden von den Mieter*innen des Hauses über Lärmbelästigung suchte sich dieser einen anderen Arbeitsort. Zurzeit arbeiten Produktdesigner im zweiten Raum des Ladens, für die Inhaberin wichtig, um die Mietkosten zu reduzieren.

Nastia Eliseeva, 2019, Foto: Lukas Fischer

Zuvor hatte Nastia Eliseeva einen Raum in einem Atelier einer Künstlerin in Charlottenburg gemietet. Die zunehmend drängende Frage, wie besonders kleinere Handwerksbetriebe auf dem enger und teurer werdenden Mietmarkt Berlins bestehen können, kennt sie also gut aus eigener, leidlicher Erfahrung.

Während sie früher Arbeiten aus Steinzeug und mit kräftigen Farben hergestellt hat, stehen in ihrer Werkstatt heute ausschließlich zarte Arbeiten aus Porzellan, mit feinen Dekors und meist hellen Glasuren. Die hochwertigen Einzelstücke verkauft sie auch auf dem stadtbekannten, immer samstags stattfinden Markt am Maybachufer. Für die Zukunft entwickelt sie neue Vertriebswege und möchte die Kooperationen mit Einzelhandelsgeschäften ausbauen. Den Onlinevertrieb sieht sie kritisch, er sei aufwendig und nicht lohnenswert genug. Kurse dagegen werden nachgefragt, daher möchte sie mehr davon anbieten. Künstlerisch entwickelt sie derzeit neue Arbeiten, die im Schmuckbereich angesiedelt sind.

Von der Politik wünscht sie sich für kleine kreative Handwerksbetriebe wie ihren eigenen mehr Unterstützung, zum Beispiel Stipendien und Förderprogramme, wie es sie für Künstler*innen gibt. Das Haus in der Jansastraße wurde kürzlich verkauft, wie viele derzeit in Neukölln, und die Zukunft des Ladenraums ist ungewiss. Was bleibt, ist aber in jedem Fall die Freude am Arbeiten mit ihrem Werkstoff, der sie immer wieder begeistert.

 

Werkstattansicht, Tongefäße im Vordergrund, Frau an einer Töpferscheibe
Werkstatt Zokotucha, 2019, Foto: Lukas Fischer