Für die Ewigkeit

Mit Stein und Keramik bilden wir hier eine Materialkategorie, deren Geschichte bis an die Anfänge der menschlichen Gesellschaften zurückreicht. Aus Ton lassen sich Gefäße und andere Alltagsgegenstände ebenso herstellen wie Baustoffe. Auf diese Weise können ganz grundlegende Bedürfnisse des Menschen abgedeckt werden.

Die Beständigkeit von Stein prädestiniert dieses Material, um Dauerhaftes zu schaffen. Auch die heute bekannte Tradition, Grabsteine zu beschriften, zu dekorieren und zum Gedenken an einen Menschen aufzustellen, zeugt vom Versuch, Erinnerungen festzuhalten für jene, die danach kommen. Diese Tradition verliert immer mehr an Bedeutung. Das bekommt ein Betrieb wie Grabmale Schmidt zu spüren, dessen betriebliche Zukunft wegen der Kündigung des Pachtvertrages ungewiss ist.

Ein Blick in die Werkstätten von Neuköllner Keramikerinnen zeigt: an der Arbeitsweise hat sich in den letzten Jahrhunderten wenig verändert. Ton, Wasser, eine Drehscheibe und die eigenen Hände – viel mehr braucht es nicht. Es ist eine direkte, körperliche Auseinandersetzung mit dem Werkstoff. Zugleich sind die Werkstätten ein sozialer Raum, in dem mit Arbeitsbedingungen und dem Einklang von Familie und Erwerbsarbeit experimentiert wird und der für Austausch, Lernen und menschliche Begegnung geöffnet wird.