Gussform aus Gips mit Vögel-Silhouetten, daneben kleine Porzellanvögel, naturfarben und blau
Gussform, 2018, Gips, Dm: 10,5 cm; Porzellan-Vögel 2018, Limoges Porzellan, Rohware und Schrühware, 4 x 2,5 cm, Leihgabe Katharina Zink

 

Filigrane Arbeiten:

Porzellanschmuck von golden spleen

Die Herstellung der Schmuckstücke, die Katharina Zink für ihr Label golden spleen anfertigt, ist ein komplexer Prozess mit vielen Arbeitsschritten. Es beginnt mit der Idee und der Umsetzung in ein konkretes Design. Dann folgt die Anfertigung eines Musterstücks aus Ton oder lasergeschnittenem Acryl, von dem wiederum eine Gipsform abgeformt werden kann. Diese wird mit flüssigem Porzellan gefüllt.

Nach dem Rohbrand entsteht „Schrühware“, die dann glasiert und wie im Falle des Kettenanhängers noch im Transferdruckverfahren bedruckt wird. Dazu verwendet Katharina Zink Siebdrucktechnik auf Seidenpapier. Dann erfolgt ein zweiter Brand, der Glasurbrand, bei 1250 Grad im Elektro-Ofen. So entstehen Katharina Zinks hochwertige, kreativ gestaltete und handwerklich hergestellte Schmuckstücke, die sie in der Werkstatt Bender Keramik in der Reuterstraße anfertigt.

„Meine Arbeit mit den Händen erfüllt mich sehr.“

Katharina Zink, 2019, Foto: Lukas Fischer

Die Kooperation mit Anemone Richter, Inhaberin der Werkstatt Bender Keramik, ist für Katharina Zink ein Glücksfall. Nicht nur die finanziellen Vorteile einer Mitnutzung der Werkstatt, vor allem auch den künstlerischen Austausch schätzt sie sehr. Der künstlerische Aspekt ihrer Arbeit ist ihr sehr wichtig, ebenso wie die Möglichkeit, selbstbestimmt zu arbeiten. Das waren auch die Gründe, warum die gelernte Diplom-Grafikdesignerin ihren ersten Beruf aufgab und ins Handwerk wechselte. Der Berufsalltag im Grafikdesign bestand hauptsächlich aus Computertätigkeiten und weit weniger kreativen Anteilen als gehofft, dazu kamen viel Zeitdruck und allgemeine Preiskonkurrenz. All das weckte in Katharina Zink den Wunsch, eine Tätigkeit zu finden, in der sie wieder kreativ werden und etwas mit ihren Händen erschaffen konnte. Dies fand sie nach einer Weltreise und dem Umzug nach Berlin schließlich in der Arbeit mit Porzellan.

 

Für ihre Arbeiten findet Katharina Zink verschiedene Vertriebswege, zum einen klassische Märkte in unterschiedlichen Städten und Berliner Weihnachtsmärkte, aber auch online bietet sie ihren Schmuck an. Das Onlineangebot erfordere viel zusätzliche Arbeit, etwa das Anfertigen professioneller Fotos des Schmucks. Geplant sei eine Erweiterung des Angebots um Kurse, die in den letzten Jahren sehr gefragt sind. Im Zuge des allgemeinen Do-it-yourself-Trends haben viele Menschen Interesse an handwerklichen Kursen, nicht nur im Keramikbereich.

Ebenso wichtig wie das finanzielle Auskommen ist für Katharina Zink, dass ihr die selbstständige handwerkliche Arbeit Freude macht und sie sich dabei weiterentwickeln kann. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit ist für sie ein wichtiges Thema. Angestellt und ständig unter Druck zu arbeiten, das kann sie sich nicht mehr für sich vorstellen.