Der Rollwagen aus Metall hat vier Etagen, ganz unten stehen zwei rote Plastikkisten, eine Etage weiter oben stehen 16 quadratische Backformen, auf der dritten Etage und ganz oben stehen ovale und runde Körbe
Rollwagen mit Gärkörben und Backformen, Metall, Holz, Plastik, 163 cm x 126,5 cm x 60 cm, Leihgabe Märkisches Landbrot

Gesundes Brot aus Überzeugung:

Märkisches Landbrot

20 Uhr, in der Backstube der Neuköllner Bäckerei „Märkisches Landbrot“ ist es warm, es duftet nach Getreide, Gewürzen und Sauerteig. Zehn Bäcker arbeiten an verschiedenen Positionen in der Halle. Sie befüllen die großen Kessel der Knetmaschinen, formen Teig mit der Hand für die bereitstehenden Gärkörbe und Backformen, holen fertige Brote mit dem in Berlin gut bekannten ovalen Logo aus dem Ofen. Dies alles geschieht in einem gleichmäßigen Rhythmus, die Wege und Handgriffe wirken routiniert und konzentriert. Die Bäcker arbeiten in immer wechselnden Teams, es wird geredet und gelacht, immer mehr fertige Brote füllen die Rollwagen.

Hier werden täglich bis zu 62 Sorten Backwaren hergestellt, die meisten davon sind Vollkornprodukte und allesamt sind sie in ökologischer Demeter-Qualität, das heißt nach den Richtlinien für biologisch-dynamischen Anbau. Die Rohstoffe werden hauptsächlich von Demeter-Höfen im Umland Berlins bezogen, das Wasser stammt aus dem hauseigenen Brunnen. Jeden Tag wird das Korn frisch und schonend in den beiden original Osttiroler Steinmühlen gemahlen, damit Aroma- und Vitalstoffe erhalten bleiben.

Das Ziel all dieser Mühen ist Brot, das gesund und bekömmlich ist. Aber nicht nur das. Das Unternehmen Märkisches Landbrot ist Vorreiter für nachhaltiges, soziales und verantwortliches Wirtschaften. Das richtet sich zum einen nach außen, im Umgang mit den natürlichen Ressourcen und den Menschen, die im ökologischen Landbau arbeiten. Zu den Betrieben, die die Rohstoffe liefern, werden langfristige, faire und persönliche Kontakte gepflegt. Die Rekultivierung alter Getreidesorten wird unterstützt. Bei allen Lieferungen wird darauf geachtet, die Wege möglichst kurz zu halten. Für die eigene Produktion wird auf erneuerbare Energiequellen gesetzt, Regenwasser genutzt und eine energie-effizientere Produktionsanlage gebaut. Die eigene Öko-Bilanz wird jährlich veröffentlicht. Zudem unterstützt der Betrieb jedes Jahr mit 10 Prozent des Nettoprofits soziale und ökologische Projekte.

„Wir wollen mit unseren Produkten der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Menschen dienen.”

Ein junger Mann mit weißem Basecap und grauen Handschuhen schiebt zwei Runde Brote auf ein großes Backblech, auf dem sich bereits ein Dutzend Brote befinden
Niclas Ketel vom Märkischen Landbrot, 2019, Foto: Thierry Caron

Nach innen, ins Unternehmen hinein, bedeutet die Philosophie des Hauses, dass sich der Betrieb als „lernende Organisation“ begreift. Transparenz und Dialog werden großgeschrieben. Die Mitarbeiter*innen werden überdurchschnittlich bezahlt und dabei unterstützt, Weiterbildungen wahrzunehmen. Es wird Wert auf einen offenen und konstruktiven Umgang gelegt. Der Beruf der/s Bäcker*in ist auch heute noch, trotz allen technischen Fortschritts, eine körperlich anspruchsvolle Tätigkeit. Allein der zeitliche Rhythmus der Arbeit, die abends beginnt, damit am nächsten Morgen das frische Brot in den Läden liegt, ist eine besondere Herausforderung. Beim Märkischen Landbrot werden kontinuierlich Lösungen gesucht, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Hier wird ökologisches Brot gebacken aus Überzeugung und mit der Hoffnung, möglichst viele Menschen mit einem gesunden Produkt zu erreichen. Das ist in der Backstube spürbar und ist auch auf den T-Shirts der Bäcker zu lesen: „Es gibt immer einen Anfang für das Bessere.“

Und den gibt es mitten in Neukölln.

In der Backstube vom Märkischen Landbrot in der Dieselstraße, 1993, als Herr Weckmann dort die Bäckerei übernahm.