Lebensmittel

Die handwerkliche Herstellung von Lebensmitteln war zu jeder Zeit eine mühsame, körperlich belastende Arbeit, die zudem selten angemessen entlohnt wurde – trotz ihres fundamentalen Beitrages für die Gesellschaft. Die Arbeitsbedingungen in der Britzer Mühle im 19. Jahrhundert sind ein Zeugnis davon.

Entlohnung, Arbeitsbedingungen, Rechte und Pflichten sind bis heute immer wieder Gegenstand von gesellschaftlichen Verhandlungen. Tarifverträge und der gesetzliche Mindestlohn werden nicht überall eingehalten. Denn auch heute, allem technischen Fortschritt zum Trotz, bleibt die Arbeit in diesen Gewerken körperlich anspruchsvoll und die Arbeit beginnt meist, wenn andere schlafen. Für viele Betriebe ist es nicht leicht, Auszubildende zu gewinnen und die Verdienstmöglichkeiten sind, wie in vielen anderen Bereichen, der gesellschaftlichen Bedeutung der Arbeit noch immer nicht angemessen.

Gleichzeitig steht die Qualität der Erzeugnisse im Zentrum aktueller Debatten um Gesundheit, Nachhaltigkeit und eine gerechtere Gesellschaft. Der gesellschaftliche Preis konventioneller Lebensmittelproduktion wird zunehmend hinterfragt, denn der massenhafte Anbau möglichst ertragreicher Agrarprodukte und deren industrielle Verarbeitung zu möglichst billigen Lebensmitteln birgt Risiken sowohl für die Natur als auch die Gesundheit des Menschen. Mit diesen Überlegungen geht auch eine Rückbesinnung auf hochwertige Lebensmittel einher, die handwerklich und mit hohem Qualitätsanspruch hergestellt werden. Davon zeugen die Neuköllner Betriebe Märkisches Landbrot, die Blutwurstmanufaktur und die Rollberg-Brauerei.