langer, dünner Holzstab mit Einkerbungen an den Enden
Oklava, 2018, Holz L: 20 cm, Dm: 1,5 cm, Leihgabe Simit Haus

Gastfreundschaft und hausgemachte Speisen:

Das Simit Haus Rudow 

Mehl, Hefe, Eier, Joghurt, Wasser und Salz. Aus diesen Zutaten lässt sich der dünne Yufka-Teig herstellen, der die Basis für Börek ist. Diese Spezialität der türkischen Küche, die es in Neukölln an vielen Ecken gibt, ist ein Strudel mit verschiedenen herzhaften Füllungen, zum Beispiel mit Käse und Spinat. Um einen gelungenen Börek herzustellen, bedarf es den geübten Umgang mit dem Oklava: ein hölzerner, dünner, langer Ausrollstab.  

„Hausgemacht schmeckt man einfach. 

Im Simit Haus Rudow werden die türkischen Backwaren nach traditionellen Familienrezepten in Handarbeit vor Ort zubereitet. Das Angebot umfasst auch andere türkische Frühstücksgerichte, die frisch zubereitet werden, wie Menemen, das aus verquirlten Eiern, Tomaten und Paprika besteht. Die Familie des Inhabers, Aka Durukan Kaya, stammt aus Çakallı, einem türkischen Küstenort nahe des Schwarzen Meeres und Heimat dieses beliebten Frühstücksgerichts.  

Backwarenangebot im Simit Haus Rudow, 2019, Foto: Lukas Fischer

Der große Gastraum des Cafés lädt zum Verweilen und Treffen ein und das Simit Haus hat ein festes Stammpublikum. Aka Durukan Kaya legt Wert auf die persönliche Begegnung mit den Gästen, grüßt viele mit Namen und achtet auf perfekten Service. Deshalb ist er auch meist von 10 bis 21 Uhr im Haus, seit er 2014 das Simit Haus übernommen hat. Lange Arbeitszeiten, steigende Preise im Einkauf und das niedrige Preisniveau im Gastronomie-Sektor machen es nicht leicht, in diesem Bereich selbstständig zu sein. Auch verlässliches Personal zu finden sei schwierig, sagt Aka Durukan Kaya, aber im Moment habe er ein gutes Team. Zum Vermieter habe er ein gutes Verhältnis, dennoch steigt auch für das Simit Haus in den nächsten Jahren die Miete merklich.  

Die handwerklich hergestellten türkischen Backwaren ergänzen sein Angebot und bieten eine besondere Qualität gegenüber anderen Gastronomiebetrieben, in denen es nur Aufbackware gibt. Von diesen Betrieben möchte er sich absetzen. Hohe Qualität und der persönliche Kontakt zu den Gästen sind seine Strategie. Er schätzt den engen Zusammenhalt der Rudower*innen und den dörflichen Charakter rund um den historischen Ortskern Alt-Rudow. Gern würde er auch dort mit seiner Familie wohnen, noch pendelt er zwischen Lichtenrade und dem Simit Haus 

Aka Durukan Kaya wünscht sich mehr gegenseitige Unterstützung und stärkere Vernetzung der ansässigen Betriebe, um gemeinsam zu einem lebendigen, lebenswerten Ortskern beizutragen.