Waschbecken aus Holz, lackiert
Waschbecken, 2018, Holz, lackiert, 48 x 33 x 10,5 cm, Leihgabe Brix Wood Design
Brillengestell, 2018, Holz, 15 x 3 x 4,5 cm, Leihgabe Brix Wood Design

Aus ganz besonderem Holz:

Brix Wood Design

Selbst wenn man mit einem Hammer hineinschlüge, würden nur die obersten beiden Lackschichten abplatzen, erzählt Josina Brix. Das Holzwaschbecken von Brix Wood Design ist mit insgesamt 21 verschiedenen Lackschichten überzogen. Die untersten sind weiche Lacke, je weiter es nach oben geht, umso härter werden die Schichten. Das ist nötig, damit das Holz noch arbeiten kann. Denn ein natürlicher Rohstoff wie Holz unterliegt Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit und dehnt sich entsprechend aus. All das musste Tischlermeister Andre Brix bei der Entwicklung der Lackierung berücksichtigen. Hinzu kommt, dass die Beschichtung für den täglichen Gebrauch sowohl säurebeständig als auch lebensmittelecht sein muss. In dieser Kombination ist der Lack nahezu einzigartig: weltweit gebe es nur etwa vier oder fünf Firmen in diesem Bereich, schätzt Andre Brix.

Andre und Josina Brix, Foto: BrixWood

Als Tischlermeister kennt er sich gut aus mit Oberflächenbehandlung, dieses Thema war Teil der Gesellenprüfung und wurde in der Meisterschule noch ausführlicher behandelt. Das Prinzip der Herstellung ist bei allen Brix Wood Produkten, ob Brille oder Badewanne, gleich: Zuerst werden Furnierschichten miteinander verleimt. Dann wird das Produkt aus diesen Schichten herausgefräst und immer wieder geschliffen und lackiert. Im Vergleich zu Vollholzprodukten hat das den Vorteil, dass das Erzeugnis stabiler ist und nicht regelmässig geölt werden muss.

 

Brix Wood Design ist ein Familienbetrieb. Andre und seine Frau Josina Brix führen das Unternehmen gemeinsam. 2011 übernahm Andre die Tischlerei Brix von seinen Eltern, mit 30 Mitarbeiter*innen und großem Maschinenpark. Veränderungen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge, die wachsende Konkurrenz mit Betrieben, die günstigere, aber auch qualitativ minderwertige Produkte anbieten und die hohen Kosten für Lohn, Miete und Wartung der Maschinen machten es zunehmend schwer, den großen Betrieb rentabel zu führen und so, dass die Arbeit Freude macht.

„Mir ist wichtig, kreativ mit Holz zu arbeiten.“

Kritisch sieht Andre Brix auch, dass inzwischen viele Handwerker*innen ohne Meistertitel im Tischlereigewerbe tätig sind, ermöglicht durch Gesetzeslücken. Für ihn, der Zeit und Mühe investiert hat, um die aufwendige Meisterprüfung abzulegen, wirkt sich das nachteilig aus. Die beiden beschlossen, unter dem Namen Brix Wood Design als stark verkleinertes Familienunternehmen neu zu eröffnen. Sie konzentrieren sich nun auf das Anfertigen von Designerstücken wie Holzbrillen, Lampen, Waschbecken und Badewannen. So kann Andre künstlerisch arbeiten, kreativ sein und neue Ideen entwickeln.

Einzelstücke und Individualität sind heute sehr gefragt, und in diesem Bereich gibt es weniger Konkurrenz. Eine hölzerne Badewanne können sich zwar nur Wenige leisten. Doch dafür versucht Brix Wood Design mit kleineren und günstigeren Objekten wie Lampenschirmen oder Schlüsselanhängern eine gute Mischung anzubieten, bei der für alle etwas dabei ist. Das Vertrauensverhältnis zu seinen Kund*innen war Andre Brix schon immer wichtig. Das sieht man auch daran, dass ihm viele Stammkund*innen erhalten blieben, nachdem die Tischlerei Brix schloss. Andre Brix betreibt nebenbei eine „rollende Tischlerei“, um die Kunden wie zum Beispiel Hausverwaltungen, weiter betreuen zu können. An oberster Stelle steht für ihn, dass die Kund*innen am Ende mit seiner Arbeit zufrieden sind.