Lebendiges Material

Holz ist ein lebendiger Werkstoff mit vielen günstigen Eigenschaften. Es reagiert auf die umgebende Luftfeuchtigkeit, indem es schwindet oder quillt. Man sagt auch: Holz arbeitet.
Zudem altert es auf natürliche und geradezu würdevolle Weise, etwa durch typische Farbveränderungen. Jede Holzart weist eigene Charakteristika von Härte, Farbe, Struktur oder Dichte auf. Holz wird in allen Lebensbereichen eingesetzt, unter anderem für Möbel, Spielzeug, Werkzeug, Schmuck und Alltagsgegenstände, aber auch ganze Häuser werden aus Holz gebaut.

Wir stellen eine große Tischlerei vor, in der Auszubildende ein klassisches Holzhandwerk erlernen können, sowie einen Holzrestaurator, einen Zimmerer und eine Tischlerei, die sich auf kreative Nutzungen des Werkstoffes Holz spezialisiert hat.

Im Tischler- und Zimmererhandwerk ist der Meistertitel Voraussetzung dafür, einen eigenen Betrieb zu gründen und auszubilden. 2004 fiel diese sogenannte Meisterpflicht durch die Handwerksrechtsnovelle für 53 von 94 Gewerken weg. Die Auswirkungen auf die Qualität der Arbeit und Ausbildung sowie auf die Wettbewerbsbedingungen sind bis heute Gegenstand heftiger Diskussionen. Hier entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Tradition und politisch gesteuertem Wandel. Für das Tischler- und Zimmererhandwerk bleibt die Meisterpflicht bestehen.

In den holzverarbeitenden Gewerken werden viele Traditionen und Bräuche gepflegt. So wird das Richtfest eines Hauses von verschiedenen Ritualen der Zimmerleute begleitet. Die traditionelle Kluft, die Zimmerergesell*innen auf der Wanderschaft tragen, ist ebenfalls ein Symbol für gelebte Tradition.